„Auf dem Höhepunkt des Zuzugs von geflüchteten Menschen 2015/2016 wurden auch das Jobcenter Barnim und die Agentur für Arbeit Eberswalde mit der wachsenden Kundengruppe der Flüchtlinge konfrontiert.“, erklärt die Geschäftsführerin Gaby Wehrens. „Neue Strategien zur Vermittlung und Betreuung waren gefragt, da z. B. aufgrund der Sprachbarrieren, fehlender Schulabschlüsse oder verlorener Unterlagen eine zügige Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung kaum möglich war.“

Um alle Ressourcen zu bündeln und die Betreuung für die Betroffenen bestmöglich zu gestalten, startete das Jobcenter Barnim, in Kooperation mit der Agentur für Arbeit und dem Landkreis Barnim am 01.10.2016 das „Lotsenhaus“, so dass für die geflüchteten Menschen eine einheitliche Anlaufstelle zu den Themen ‚Spracherwerb, Arbeit und Ausbildung‘ in Eberswalde entstand.

Aufgrund der rückläufigen Flüchtlingszahlen werden im Lotsenhaus seit dem 01.01.2018 ausschließlich Flüchtlinge mit Leistungsbezug nach dem SGB II, also Jobcenter-Kunden, betreut. „Sieben Integrationsfachkräfte betreuen derzeit rund 750 geflüchtete Menschen aus Syrien, Eritrea, Afghanistan, Iran und dem Irak. 57 geflüchtete Menschen befinden sich derzeit in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis, können Ihren Lebensunterhalt daraus jedoch noch nicht vollständig selbst bestreiten. 17 haben in diesem Jahr eine Ausbildung begonnen. 368 Flüchtlinge absolvieren derzeit einen Alphabetisierungs- oder Integrationskurs, einen berufsbezogenen Sprachkurs oder eine Weiterbildung mit Sprachanteil – Sprachbarrieren sind auch heute, nach ziemlich genau 2 Jahren, immer noch das Hauptvermittlungshemmnis“, sagt Gaby Wehrens.

Für die Flüchtlinge, die das nötigte Sprachniveau erreicht haben, akquiriert der gemeinsame Arbeitgeberservice der Agentur für Arbeit Eberswalde und des Jobcenters Barnim Arbeits- und Ausbildungsstellen. „Wenn potentielle Arbeitsgeber anfangs noch verhalten reagierten, steigt inzwischen die Bereitschaft auch geflüchtete Menschen ein-

zustellen.“, so Wehrens weiter. Ein spezielles Team im Jobcenter, der bewerberorientierte Service, fungiert zudem als Türöffner bei den Arbeitgebern und begleitet sowohl Arbeitgeber, als auch Arbeitnehmer auch nach Abschluss eines Arbeitsvertrages. Auftretende Probleme innerhalb der Probezeit sollen so mit Unterstützung des Jobcenters Barnim geklärt und der Weg in eine nachhaltige Beschäftigung geebnet werden.

Auch 2019 wird das Lotsenhaus seine Arbeit fortführen. Die inhaltliche Ausrichtung wird sich dabei noch stärker auf die Qualitäts- und Beschäftigungssicherung erstrecken. Dazu sollen gemeinsam mit den Arbeitgebern u.a. über das Programm "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen" (WeGebAU) Qualifizierungen initiiert werden, um die Beschäftigung der geflüchteten Menschen nachhaltig zu sichern und somit die Hilfebedürftigkeit auf absehbare Zeit zu beenden.

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